Messe GmbH

Antrag

Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Salzburg,
am 8. Mai 2012

Der Bürgermeister der Landeshauptstadt Salzburg Dr. Heinz Schaden möchte Medienberichten zufolge das derzeit als Parkfläche genutzte Areal am Messegelände für „Spekulanten“ frei machen. Die angegebene Einigkeit unter den Gesellschaftern der Messe GmbH – Stadt, Land und Wirtschaftskammer – über ein allfälliges Hotelprojekt erscheint äußerst zweifelhaft. Konkret geht es darum die 5,2 Hektar zwischen Messezentrum und Autobahn für ein Hotel mit 400 Betten, einer Shoppingmall und ganzjähriger Ausstellungsflächen zu verbauen. Die schon jetzt viel zu knapp vorhandenen 3500 PKW-Stellplätze sollen unterirdisch situiert werden, eine etwaige Erweiterung des Parkangebots war nicht zu vernehmen.

Während das „Spekulationskapital“ seelenlose Fachmarkt- und Einkaufszentren auf der grünen Wiese aus dem Boden gestampft hat, wurde die Nahversorgung landauf landab verödet. Ausgehöhlten Ortskernen stehen charakterlose Containerbauten an den Ortsrändern gegenüber. Nachdem hierzulande mit der höchsten Dichte an Handelsfläche pro Einwohner im Europavergleich das Mögliche ausgeschöpft wurde, machen sich seit geraumer Zeit die „Spekulanten“ mit internationalen Hotelketten wiederum auf der grünen Wiese breit. Die Folgen dieser Entwicklung sind sinkende Nächtigungszahlen, welche die Wirtschaftskraft der Ortskerne zusätzlich schwächen, Dumpingpreise treiben die inhabergeführten Betriebe an den Existenzrand, versteuert wird in den Steueroasen und die Auslastung der Hotels in der Landeshauptstadt wurde bereits unter 50% gedrückt. Salzburg ist sehenden Auges zu einer halbleeren „Hotelburg“ verkommen.

So sieht also der „Kreuzzug“ für eine gedeihliche Entwicklung von Salzburg Stadt aus. Unter der treuen Begleitung von Stadtrat Padutsch hat Bürgermeister Schaden schon einiges vorzuweisen: Guggenheim-Museum verhindert, diverse EKZ-Erweiterungen zugelassen, MACO-Erweiterung verhindert, Red Bull Akademie am Gängelband, Palfinger vertrieben, Verkehrschaos verstärkt usw. usf.  Und jetzt soll mit dem bedarfslosen Hotelprojekt am Messegelände ein weiterer Meilenstein gesetzt werden.

Dass die Präsentation des Hotelprojekts wenige Wochen nach der Forderung von Landesrat Blachfellner auf Vignettenfreistellung für die Autobahnspange Nord-Süd plus Anbindung an den Walserberg erfolgte, ist wohl unter der Überschrift „So ein Zufall aber auch“ zu verstehen.

Richtig kurios wird es allerdings, wenn Bürgermeister Schaden einen populären Schwenk betreffend Kapuzinerbergtunnel hin zu seinem treuen Weggefährten Padutsch vornimmt und wieder die Totalsperre der Innenstadt während der Festspielzeit fordert. Ein taugliches modernes Verkehrsleitsystem mit Hinweis auf großzügige Park & Ride Plätze mit einer bedarfsorientierten Taktung der öffentlichen Verkehrsmittel, einer Verlängerung der Lokalbahn in die Stadt und selbstverständlich dem Bau des Kapuzinerbergtunnels mit Busgarage bleiben die Ressortzuständigen schuldig.

Faktum ist, dass eine zukunftsfähige Entwicklung vom Großraum Salzburg Stadt unter Einbeziehung der EUREGIO in den letzten Jahrzehnten von Stadt- und Landesregierungen vertan wurde, Partikularinteressen in den Vordergrund gestellt wurden und die politische Verantwortung im Kreis geschickt wurde.

Die unterfertigten Delegierten zum Wirtschaftsparlament Salzburg stellen daher folgenden

Antrag:
Ein zukunftsfähiges Modell kann sich nur in einem ausreichenden Parkplatzangebot (Park & Ride) wiederfinden, sowie in Vorhalteflächen für eine allfällig notwendige Erweiterung des Messezentrums. Eine zweckwidrige Verbauung à la „Hotelburgen“ und nicht benötigte Handelsflächen sind dem Grundsatz entsprechend abzulehnen.

Daher möge das Präsidium der Wirtschaftskammer Salzburg die Mitgesellschafter der Messezentrum Salzburg GmbH zum Zweck der Erfüllung des geltenden Gesellschaftsvertrages einladen, ein zukunftsfähiges Modell zu entwickeln.

Josef Fritzenwallner                                                                     Komm. Rat Christian Kittl
WP-Del.                                                                                             WP-Del.

Salzburg, 14. April 2012

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